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Shopify und der Digitale Produktpass: Was Händler jetzt einrichten müssen

Wie der Digitale Produktpass an Shopify andockt: Metafelder, Theme-Block, QR-Code und DPP-Apps im Vergleich, mit Preisen und Zeitplan.

Von Maik Gossen Veröffentlicht am Aktualisiert am

Aktualisiert am 18.10.2026: Termine, Speicherdauer und Standards nach dem geprüften Verordnungstext korrigiert, App-Vergleich mit Preisen vom 18.10.2026.

Kurzantwort

Der Digitale Produktpass hängt an Shopify über drei Bausteine: ein Metafeld am Produkt, das auf den Pass verweist, einen Theme-Block, der Pass-Link oder QR-Code auf der Produktseite zeigt, und eine Pass-Seite außerhalb von Shopify, auf der die eigentlichen Inhalte liegen. Shopify liefert die ersten beiden Teile. Die Pass-Seite kommt über eine App. Pflicht wird der Pass erst mit dem Rechtsakt für deine Produktgruppe, als Erstes für Batterien am 18. Februar 2027.

Wie der Produktpass technisch an Shopify andockt

Shopify speichert Zusatzinformationen zu einem Produkt in Metafeldern. Eine DPP-App legt dort ein eigenes Feld an. Mapasso speichert zum Beispiel die Kennung des Passes im Metafeld mapasso.gs1_id, am Produkt oder an der Variante.

Die Anzeige im Shop läuft über eine Theme App Extension. Das ist ein App-Block, den du im Theme-Editor an die Produktseite ziehst, ohne Liquid anzufassen. Der Block liest die Kennung aus dem Metafeld und zeigt Link oder QR-Code zum Pass direkt am Produkt. Für dich als Händler heißt das: App installieren, Block einmal im Editor platzieren.

Beim Installieren fragt die App Berechtigungen ab. Mapasso braucht zwei: Produkte lesen und schreiben (write_products) und Metaobjekte (write_metaobjects). Fragt eine DPP-App nach Kunden- oder Zahlungsdaten, lass dir den Grund erklären.

Die fünf Bausteine, die du einrichten musst

  1. Datenmodell festlegen. Welche Felder braucht dein Produkt? Für Textilien schlägt eine Studie des Joint Research Centre vom 13.05.2026 Inhalte in vier Kategorien vor: Produktidentifikation, Herstellerangaben, Produktmerkmale und Konformitätsunterlagen. Verbindlich wird erst der Rechtsakt.
  2. Lieferantendaten einholen. Faserherkunft, Zertifikate, besorgniserregende Stoffe. Das ist der zeitintensive Teil und braucht Monate Vorlauf.
  3. Pass-Seiten erzeugen. Pro Produkt eine öffentliche Seite, die schnell lädt und über eine eindeutige Kennung erreichbar ist, zum Beispiel nach GS1 Digital Link.
  4. QR-Code aufs Etikett bringen. Als SVG in die nächste Druckcharge. Wo der Code sitzen kann, zeigen die 20 Wege mit Beispielen.
  5. Im Theme einblenden. Den App-Block an der Produktseite platzieren, damit auch Online-Kunden den Pass sehen. Das verlangt die ESPR von Händlern auch im Fernabsatz (Art. 31 Abs. 2).

Shopify deckt davon Punkt 5 und einen Teil von Punkt 3 ab. Pass-Seite, Kennung und QR-Code kommen über die App.

Welche Shopify-App für den Produktpass passt

Im Shopify App Store gibt es inzwischen mehrere DPP-Apps. Preise und Umfang unterscheiden sich deutlich.

AppKostenloser PlanBezahlte Pläne
SolveDPP5 Pässe9,99 bis 19,99 USD im Monat
PassportPro3 Pässe9,99 bis 19,99 USD im Monat
OriginPass10 Pässe19 bis 49 USD im Monat
Tracehub10 Pässe39 bis 179 USD im Monat

Stand 18.10.2026, laut den Listings im Shopify App Store. Vergleiche nicht nur den Preis. Frag, wie lange die Pass-Seiten erreichbar bleiben, auch nach einer Kündigung, und ob du deine Daten exportieren kannst.

Was Shopify selbst nicht löst

Metafelder sind an dein Shopify-Konto gebunden. Kündigst du den Shop oder die App, verschwinden die Werte. Der Pass muss aber für den Zeitraum verfügbar bleiben, den der Rechtsakt der Produktgruppe festlegt, mindestens für die erwartete Lebensdauer des Produkts (Art. 9 Abs. 2 Buchst. i ESPR). Das gilt auch nach Insolvenz oder Geschäftsaufgabe (Art. 11 Buchst. e). Deshalb gehören die Pass-Inhalte an einen Ort, der nicht an dein Shopify-Konto gebunden ist.

Der QR-Code allein ist auch kein Pass. Der Pass muss maschinenlesbar sein, auf offenen Standards beruhen und über eine eindeutige Kennung abrufbar sein (Art. 10 ESPR). GS1 Digital Link ist dafür verbreitet, vorgeschrieben ist es nicht. Wer welche Angaben sehen darf, legt der Rechtsakt fest. Ein statisches PDF hinter dem Code erfüllt das nicht. Mehr dazu steht auf unserer Seite zu GS1 Digital Link.

Zeitplan: wann du starten solltest

Fest steht der Batteriepass ab 18. Februar 2027. Für Textilien plant die Kommission den Rechtsakt für Ende 2027, gelten wird er frühestens 18 Monate nach seinem Inkrafttreten, also voraussichtlich nicht vor 2029. Das DPP-Register der Kommission läuft seit 20. Juli 2026, eingetragen wird erst, wenn für die Produktgruppe ein Pass Pflicht ist. Alle Termine stehen in unserem Beitrag Digitaler Produktpass ab wann.

Zeitlich kritisch sind die Lieferantendaten. Die Shopify-Technik steht in wenigen Tagen, die Beschaffung von Faserherkunft und Zertifikaten dauert oft ein bis zwei Saisons. Starte darum mit einem Bestseller als Pilot, richte den Datenfluss sauber ein und übertrag ihn dann auf das Sortiment.

Häufige Fragen

Brauche ich zwingend eine App oder geht das mit Bordmitteln?

Metafelder und Theme-Block bekommst du mit Shopify-Bordmitteln hin. Es fehlen dann eine Pass-Seite, die unabhängig von deinem Shopify-Konto erreichbar bleibt, und eine stabile Adresse für den QR-Code. Dafür brauchst du eine App oder eine eigene Lösung.

Welche Berechtigungen sind normal?

Eine DPP-App braucht Zugriff auf deine Produkte. Mapasso fragt write_products und write_metaobjects ab. Zugriff auf Kunden oder Zahlungen braucht eine DPP-App in der Regel nicht.

Was kostet das pro Monat?

Die DPP-Apps im Shopify App Store reichen von kostenlos bis 179 USD im Monat (Stand 18.10.2026). Achte darauf, was im Preis steckt: wie lange die Pass-Seiten erreichbar bleiben und ob du die Daten exportieren kannst.

Muss der Pass mehrsprachig sein?

Das regelt der Rechtsakt der jeweiligen Produktgruppe. Wir rechnen damit, dass die Sprachen deiner Zielmärkte gefordert werden.

Reicht der QR-Code, den ich schon fürs Marketing nutze?

Ein QR-Code auf eine Landingpage reicht nicht. Der Code muss zu einem maschinenlesbaren Pass führen, der über eine eindeutige Kennung erreichbar ist. Eine Adresse nach GS1 Digital Link ist dafür verbreitet.

Was passiert mit dem Pass, wenn ich meine App wechsle?

Das hängt am Anbieter. Liegen die Daten nur in Shopify-Metafeldern, sind sie beim Wechsel schnell weg. Bietet die App einen Export, nimmst du die Daten mit. Frag vor dem Kauf nach Datenexport und danach, wie lange veröffentlichte Pässe erreichbar bleiben.

Was Händler heute schon beachten müssen, steht bei den Pflichten für den Digitalen Produktpass im Onlinehandel.

Was Mapasso dafür macht

Mapasso ist eine Shopify-App für Digitale Produktpässe. App und Datenbank laufen in Frankfurt, veröffentlichte Pässe liegen zusätzlich als Kopie bei Cloudflare. Laut unseren AGB (§ 8) bleiben veröffentlichte Pässe mindestens zehn Jahre abrufbar. Die Adresse vergibt Mapasso nach GS1 Digital Link, im Shop zeigt ein Theme-Block den Pass, der QR-Code kommt als SVG oder PNG. Der Schwerpunkt liegt auf Textilien.

Schau dir den Muster-Pass an oder schreib uns über das Kontakt-Formular.

Quellen (9)