PPWR: Der Verpackungs-DPP kommt 2028
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung 2025/40) verlangt ab 2028 einen Digitalen Produktpass für Verpackungen. Für viele Shopify-Händler ist das die zweite DPP-Pflicht nach dem Produkt-Pass selbst. Wir erklären was gilt und wie du dich vorbereitest.
Was die PPWR ist
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (EU) 2025/40 ersetzt die alte Verpackungs-Richtlinie 94/62/EG. Sie regelt Design, Herstellung, Kennzeichnung, Sammlung und Recycling aller Verpackungen im EU-Binnenmarkt. Ziel: weniger Verpackungsabfall, mehr Rezyklat-Anteil, bessere Recyclingfähigkeit.
Die PPWR ist seit dem 11. Februar 2025 in Kraft, die generelle Anwendung startet am 12. August 2026. Die DPP-Pflicht für Verpackungen kommt gestaffelt ab 2028.
Was im Verpackungs-DPP steht
Nach aktuellem Stand der Vorbereitung wird der Verpackungs-DPP enthalten:
- Eindeutige Verpackungs-Identifikation via GS1 Digital Link
- Material-Zusammensetzung (welcher Kunststoff, Papier, welche Beschichtung)
- Rezyklat-Anteil pro Komponente
- Recyclingfähigkeit-Bewertung nach EN 13430 ff
- Sammel- und Entsorgungs-Hinweise
- Substances of Concern die die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen
- Herstellerinformationen und Konformitätserklärung
Warum das für Textil-Marken wichtig ist
Wer denkt "PPWR betrifft mich nicht, ich verkaufe ja keine Verpackungen" liegt falsch. Verkaufsverpackung ist alles was du für dein Produkt nutzt:
- Versandkartons und Polstermaterial
- Kleiderbügel
- Tissue-Papier und Hangtags
- Kunststoffbeutel (PE, PP)
- Etiketten und Aufkleber
Für jede dieser Komponenten wird ab 2028 ein Verpackungs-DPP-Nachweis fällig, wenn du an EU-Endkunden verkaufst. Für viele SMB-Marken heisst das: zusätzlich zum Textil-DPP eine zweite Datenpflege-Aufgabe.
Ein QR-Code für beides
Gute Nachricht: Verpackungs-DPP und Produkt-DPP können optional im selben Datenträger zusammenlaufen. Ein QR-Code am Kleidungsetikett kann Endkunden zu einer Ansicht führen, die beides zeigt: Material der Jacke und Material der Verpackung.
Mapasso plant diese Zusammenführung technisch von Anfang an mit, damit du nicht später umbauen musst.
Was du jetzt tun kannst
- Verpackungs-Inventur: Welche Verpackungs-Komponenten nutzt du pro Produktkategorie? Karton, Beutel, Etikett, Kleiderbügel.
- Lieferanten der Verpackung ansprechen: Können sie dir schon jetzt Rezyklat-Anteil und Material-Composition liefern? Falls nicht, jetzt Zeit sich Datenpartner zu suchen.
- Recyclingfähigkeits-Prüfung: ist deine aktuelle Verpackung überhaupt gut recycelbar? Wenn nein, jetzt Zeit für Re-Design bevor die Pflicht greift.
- Tool wählen das Produkt-DPP und Verpackungs-DPP kombinieren kann: spätere Migration ist teurer als eine passende Anfangs-Wahl.
Wo die PPWR im Regulierungs-Kosmos steht
Die PPWR ist ein Sektor-Gesetz, kein delegierter Rechtsakt unter der ESPR. Sie kommt also über einen eigenen Weg. Das gilt auch für die Batterieverordnung, die Bauprodukte-Verordnung, die Spielzeug-Verordnung und die Detergenzien-Verordnung.
Wer sich nur auf die ESPR konzentriert, übersieht diese Sektor-Pflichten. Wir haben das in unserer ESPR-Übersicht als "Zwei-Wege-Struktur" erklärt.