MAPASSO

Digitaler Produkt­pass im Online­handel: Was Online­shops und Markt­plätze wissen müssen

Wer Produkte online verkauft, muss den Digitalen Produktpass zeigen, bevor jemand kauft. Das gilt für den eigenen Onlineshop genauso wie für Amazon, Zalando oder Otto. Hier steht, wer was tun muss und ab wann.

Kurzantwort

Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR, Verordnung 2024/1781) verlangt, dass Kunden den Produktpass vor dem Kaufabschluss einsehen können, ausdrücklich auch beim Kauf im Internet. Für Onlineshops heißt das: Auf jeder Produktseite eines pflichtigen Produkts muss ein Zugang zum Pass stehen. Online-Marktplätze müssen die Pässe ebenfalls zugänglich machen. Erstellen muss den Pass, wer das Produkt in der EU in Verkehr bringt.

Wer betroffen ist

Die EU-Kommission zählt auf ihrer Seite für Wirtschaftsakteure diese Rollen auf. Welche davon im Einzelfall Pflichten hat, regelt der jeweilige Rechtsakt für die Produktgruppe.

  • Hersteller
  • Importeure
  • Bevollmächtigte
  • Vertreiber und Händler
  • Fulfilment-Dienstleister

Online-Marktplätze zählen nicht dazu. Eigene Pass-Pflichten haben sie nach der ESPR nicht. Sie arbeiten mit den Marktüberwachungsbehörden zusammen und benennen dafür eine Kontaktstelle (Art. 35).

Wer den Pass erstellt und wer ihn zeigt

Rolle Pass erstellen Pass zugänglich machen
Marke mit eigenem Onlineshop ja, als Hersteller ja, auf der Produktseite
Importeur aus Drittland ja, wenn kein EU-Hersteller existiert ja, wenn er selbst verkauft
Händler mit Fremdmarken nein ja, mit den Daten des Herstellers
Online-Marktplatz nein keine eigene Pflicht (Art. 35)

Vereinfachte Übersicht. Die genaue Rollenverteilung legt der jeweilige delegierte Rechtsakt fest.

Was das im eigenen Onlineshop bedeutet

Auf dem Produkt selbst sitzt der Datenträger, meist ein QR-Code am Etikett oder auf der Verpackung. Im Onlineshop gibt es kein Etikett zum Scannen. Deshalb muss der Zugang zum Pass auf der Produktseite stehen, vor dem Warenkorb. Ein Link oder ein Block "Digitaler Produktpass" mit den wichtigsten Angaben reicht, solange er zum vollständigen Pass führt.

Die genaue Form legen die delegierten Rechtsakte pro Produktgruppe fest. Wer heute schon einen Pass-Link auf der Produktseite hat, muss später nur noch Details anpassen.

Eigener Shop oder Marktplatz

Im eigenen Shop bindest du den Pass selbst ein. Bei Shopify, WooCommerce, Shopware oder JTL heißt das: Pass-Daten pflegen und einen Link oder Block im Produkt-Template ausgeben.

Verkaufst du über Amazon, Zalando, Otto oder eBay, musst du den Pass auch dort leicht zugänglich machen (Art. 31 Abs. 2). Der Hersteller gibt dir und dem Marktplatz dafür auf Anfrage eine digitale Kopie des QR-Codes oder der Produktkennung (Art. 10 Abs. 3). Wir rechnen damit, dass die großen Marktplätze dafür eigene Felder oder Schnittstellen einführen, sobald die ersten Produktgruppen pflichtig werden. Ein Pass mit stabiler Adresse, zum Beispiel nach GS1 Digital Link, lässt sich dort am einfachsten hinterlegen.

Ab wann das gilt

  • Batterien: ab 18. Februar 2027 (Batterieverordnung)
  • Verpackungen: kein eigener Pass, Kennzeichnungspflicht frühestens ab August 2028 (PPWR)
  • Textilien: Rechtsakt für Ende 2027 geplant, Pflicht voraussichtlich nicht vor 2029 (Textil-Rechtsakt)
  • Möbel und Matratzen: Rechtsakte laut Arbeitsplan 2028 und 2029, Pflicht jeweils frühestens 18 Monate danach

Ein delegierter Rechtsakt unter der ESPR gilt frühestens 18 Monate nach seinem Inkrafttreten (Art. 4 Abs. 4). Die vollständige Übersicht steht im Artikel Digitaler Produktpass ab wann?.

Was du jetzt tun kannst

  1. Rolle klären. Bist du Hersteller, Importeur oder Händler mit Fremdmarken? Davon hängt ab, ob du Pässe erstellst oder nur anzeigst.
  2. GTINs prüfen. Jedes pflichtige Produkt braucht eine eindeutige Kennung. Im Onlineshop steht sie meist schon im Barcode-Feld der Variante.
  3. Lieferantendaten anfragen. Material, Herkunft, Pflege und Recycling kommen fast immer aus der Lieferkette. Das dauert länger als die technische Umsetzung.
  4. Platz auf der Produktseite vorsehen. Wer das Template jetzt anpasst, muss es vor der Pflicht nicht unter Zeitdruck umbauen.

Wie Mapasso das löst

Mapasso läuft heute als App für Shopify. Du pflegst den Pass im Shopify-Admin, die App vergibt die Adresse nach GS1 Digital Link, erzeugt den QR-Code für das Etikett und zeigt einen Pass-Block auf der Produktseite deines Shops. So ist der Pass vor dem Kauf zugänglich, wie es die ESPR verlangt.

Verkaufst du auf einer anderen Plattform, schreib uns über das Kontakt-Formular, wir melden uns.

Häufige Fragen zum DPP im Onlinehandel

Muss ein Onlineshop den Digitalen Produktpass anzeigen?

Ja, sobald für die Produktgruppe eine DPP-Pflicht gilt. Die ESPR verlangt, dass Kunden den Pass vor dem Kaufabschluss einsehen können, ausdrücklich auch im Fernabsatz. Praktisch heißt das ein Link oder QR-Code auf der Produktseite.

Wer erstellt den Digitalen Produktpass, Hersteller oder Händler?

Wer das Produkt in der EU in Verkehr bringt, also Hersteller oder Importeur. Wer eigene Produkte im eigenen Onlineshop verkauft, ist meist beides zugleich. Reine Händler erstellen den Pass nicht, müssen ihn aber zugänglich machen.

Gilt die DPP-Pflicht auch für Amazon, Zalando und Otto?

Die Pflicht liegt bei dir als Händler. Du musst den Pass auch beim Verkauf über Amazon, Zalando oder Otto leicht zugänglich machen (Art. 31 Abs. 2 ESPR). Damit das geht, muss der Hersteller dir und dem Marktplatz auf Anfrage eine digitale Kopie des QR-Codes oder der Produktkennung geben (Art. 10 Abs. 3). Eigene Pass-Pflichten für Marktplätze enthält die ESPR nicht.

Betrifft der Digitale Produktpass auch Fulfilment-Dienstleister?

Die ESPR zählt Fulfilment-Dienstleister ausdrücklich zu den Wirtschaftsteilnehmern, neben Hersteller, Importeur, Vertreiber und Händler (Art. 2 Nr. 46 ESPR). Welche Pflichten sie beim Pass haben, regelt der Rechtsakt der jeweiligen Produktgruppe.

Ab wann gilt das für meinen Onlineshop?

Das hängt von der Produktgruppe ab. Batterien ab 18. Februar 2027. Für Textilien plant die Kommission den Rechtsakt für Ende 2027, Pflicht voraussichtlich nicht vor 2029. Für Verpackungen gibt es keinen eigenen Pass, dort kommt frühestens im August 2028 eine Kennzeichnungspflicht. Ein delegierter Rechtsakt unter der ESPR gilt frühestens 18 Monate nach seinem Inkrafttreten.

Funktioniert Mapasso auch mit WooCommerce oder Shopware?

Mapasso läuft heute als App für Shopify. Verkaufst du auf einer anderen Plattform, schreib uns, wir melden uns.

Quellen (3)

In einer Demo von 30 Minuten zeigen wir dir Mapasso und beantworten deine Fragen. Du gehst dabei keinen Vertrag ein und brauchst keine Kreditkarte. Am Ende weißt du, ob die App zu deinem Shop passt.