Die fünf Anforderungsfelder eines DPP-Prozesses
Ein DPP-Projekt besteht aus fünf klar unterscheidbaren Feldern. Wer die Struktur kennt, weiß, wo er im Projekt steht und was als Nächstes ansteht.
Vorbereitung
Was passiert: Datenlage klar bekommen. Was habe ich schon, was fehlt, wo liegt es und wer verantwortet es.
Typische Fragen: Welche Produktgruppen bin ich betroffen? Wo liegen meine Material-Daten heute? Wer bei uns pflegt sie? Welche Qualität haben sie? Was brauche ich von meinen Lieferanten?
Dieses Feld dauert oft am längsten und wird am meisten unterschätzt.
Erstellung
Was passiert: Aus Vorlage und Quelldaten wird ein konkreter Pass mit eindeutiger Identität. GTIN wird vergeben, QR-Code oder NFC-Tag am Produkt angebracht.
Granularität variiert: Bei Batterien pro Einzelstück, bei Textil pro Charge, bei Waschmittel pro Artikel.
Betrieb
Was passiert: Der Pass läuft langfristig verfügbar, auffindbar und vertrauenswürdig. Hosting, Backup, klare Rollen und Rechte (Endkunde, Behörde, Recycler, Service).
Wie lange der Pass verfügbar bleiben muss, legt der Rechtsakt der Produktgruppe fest, mindestens für die erwartete Lebensdauer des Produkts. Deshalb ist die Wahl des DPP-Anbieters eine langfristige Entscheidung.
Lifecycle Management
Was passiert: Der Pass begleitet das Produkt über den gesamten Lebenszyklus: Nutzung, Wartung, Ersatzteile, Updates, Weiterverkauf, Recycling.
Bildhaft: ein "Logbuch" für Reparaturen und Servicefälle, das mit dem Produkt reist.
Organisation und Kommunikation
Was passiert: Der DPP ist ein interdisziplinäres Projekt. Es braucht eine klare Verantwortung (in grösseren Häusern "Head of DPP") sowie interne und externe Kommunikation.
Interne Stakeholder: Produktion, Einkauf, Supply Chain, IT/Stammdaten, Sustainability/ESG, Legal, Marketing/Customer Experience.
Externe Stakeholder: Lieferanten, Importeure, Händler, Reparaturbetriebe, Recycler, Markt- und Zollbehörden.
Was heißt das für einen Shopify-Händler?
Bei einer kleinen bis mittleren Shopify-Marke fallen die Felder oft auf wenige Personen zusammen. Oft erledigt der Gründer Vorbereitung, Erstellung und Organisation selbst. Betrieb und Lifecycle liegen bei einem Tool wie Mapasso, damit du dich auf die inhaltliche Pflege konzentrieren kannst.
Mapasso deckt die Felder 2, 3 und 4 fast vollständig als Software ab. Felder 1 und 5 sind organisatorische Aufgaben, dort helfen wir mit Vorlagen und Anleitungen.
Nur die Angaben sammeln, die gebraucht werden
Ein häufiger Fehler in DPP-Projekten ist, zu viele Datenfelder für alle gleichzeitig zu sammeln. Wer welche Angaben eines Passes sehen darf, also Endkunden, Behörden oder Recycler, legt der Rechtsakt der Produktgruppe fest. Sammle deshalb zuerst die Angaben, die für deine Produktgruppe erwartet werden. Mapasso zeigt heute eine öffentliche Pass-Seite, eigene Sichten für Behörden oder Recycler gibt es noch nicht.