Was ist ein Digitaler Produktpass?
Ein digitaler Datensatz mit den wichtigsten Infos zu einem Produkt. Material, Herkunft, Hersteller, Lieferkette, Recycling. Endkunden, Behörden und Recycler greifen über einen QR-Code am Produkt darauf zu.
Warum die EU einen Pass für Produkte einführt
Die EU hat im Juli 2024 die ESPR-Verordnung (EU 2024/1781) in Kraft gesetzt. Sie regelt wie Produkte ökologisch designt werden müssen und welche Informationen zu jedem Produkt verfügbar sein müssen. Der Digitale Produktpass ist das technische Mittel dafür.
Endkunden sollen vor dem Kauf wissen woher ein Produkt kommt, woraus es besteht und wie es entsorgt wird. Behörden brauchen die Daten für Marktüberwachung. Recycler brauchen sie um Materialien korrekt zu sortieren.
Was im Pass steht
Der konkrete Inhalt hängt von der Produktkategorie ab, weil jede Kategorie einen eigenen delegierten Rechtsakt bekommt. Allgemein gilt aber:
- Eine eindeutige ID auf Basis von GS1 Digital Link
- Material-Zusammensetzung mit Faseranteilen
- Hersteller-Information und Adresse
- Herstellungsort und Datum
- Substances of Concern (regulierte Chemikalien)
- Pflege- und Reparaturhinweise
- Recycling-Anweisungen
Wie der Pass am Produkt landet
Ein QR-Code reicht. Er wird aufs Etikett gedruckt oder an die Verpackung geklebt. Wer scannt, landet auf einer öffentlichen Seite mit den Pass-Daten. Für hochwertige Produkte ist optional ein NFC-Chip möglich.
Wichtig: Der QR-Code allein ist kein DPP. Erst die strukturierten Daten dahinter machen den Pass aus.
Ab wann der Pass Pflicht wird
- Batterien ab 18. Februar 2027 (EU 2023/1542)
- Textilien voraussichtlich 2027 oder 2028 (delegierter Rechtsakt steht aus)
- Möbel voraussichtlich 2028
- Weitere Kategorien gestaffelt bis ca. 2030
Was Händler jetzt schon tun sollten
Zwei Dinge: Lieferanten-Daten zusammenführen und ein Tool wählen das mitwächst. Wer wartet bis die Pflicht aktiv ist, hat keine Zeit mehr für saubere Daten.