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Wissen — Grundlagen

Was ist ein Digitaler Produktpass?

Ein digitaler Datensatz mit den wichtigsten Infos zu einem Produkt. Material, Herkunft, Hersteller, Lieferkette, Recycling. Endkunden, Behörden und Recycler greifen über einen QR-Code am Produkt darauf zu.

Vier definierende Eigenschaften eines DPP

Ein Digitaler Produktpass ist keine Datei und keine Landingpage. Er ist eine strukturierte Infrastruktur mit vier klaren Eigenschaften:

Strukturiert

Jedes Feld hat einen definierten Typ und eine feste Bedeutung. Behoerden, Recycler und KI-Agenten koennen die Daten ohne Interpretations-Aufwand lesen.

Aktualisierbar

Der Pass entwickelt sich ueber den Lebenszyklus des Produkts weiter. Reparatur-Eintraege, Besitzerwechsel, Recycling-Status. Ein statisches PDF genuegt nicht.

Maschinenlesbar

Neben der menschlichen Ansicht gibt es strukturierte APIs und JSON-LD-Antworten. Zoll-Systeme und Marktueberwachung koennen automatisch pruefen.

Interoperabel

Der Pass folgt offenen Standards (GS1 Digital Link, CIRPASS-Ontologie), damit er ueber Systeme, Anbieter und Laender hinweg funktioniert.

Warum die EU einen Pass für Produkte einführt

Die EU hat im Juli 2024 die ESPR-Verordnung (EU 2024/1781) in Kraft gesetzt. Sie regelt wie Produkte ökologisch designt werden müssen und welche Informationen zu jedem Produkt verfügbar sein müssen. Der Digitale Produktpass ist das technische Mittel dafür.

Endkunden sollen vor dem Kauf wissen woher ein Produkt kommt, woraus es besteht und wie es entsorgt wird. Behörden brauchen die Daten für Marktüberwachung. Recycler brauchen sie um Materialien korrekt zu sortieren.

Was im Pass steht

Der konkrete Inhalt hängt von der Produktkategorie ab, weil jede Kategorie einen eigenen delegierten Rechtsakt bekommt. Allgemein gilt aber:

  • Eine eindeutige ID auf Basis von GS1 Digital Link
  • Material-Zusammensetzung mit Faseranteilen
  • Hersteller-Information und Adresse
  • Herstellungsort und Datum
  • Substances of Concern (regulierte Chemikalien)
  • Pflege- und Reparaturhinweise
  • Recycling-Anweisungen

Wie der Pass am Produkt landet

Ein QR-Code reicht. Er wird aufs Etikett gedruckt oder an die Verpackung geklebt. Wer scannt, landet auf einer öffentlichen Seite mit den Pass-Daten. Für hochwertige Produkte ist optional ein NFC-Chip möglich.

Wichtig: Der QR-Code allein ist kein DPP. Erst die strukturierten Daten dahinter machen den Pass aus.

Ab wann der Pass Pflicht wird

  • Batterien ab 18. Februar 2027 (EU 2023/1542)
  • Textilien Adoption Q2 2027, Pflicht-Anwendung etwa 18 Monate später, also realistisch Ende 2028 oder Anfang 2029 (ESPR Working Plan)
  • Möbel Rechtsakt erwartet ab 2028
  • Weitere Kategorien (Reifen, Stahl, Aluminium, Matratzen, Elektronik) gestaffelt bis ca. 2030

Was Händler jetzt schon tun sollten

Zwei Dinge: Lieferanten-Daten zusammenführen und ein Tool wählen das mitwächst. Wer wartet bis die Pflicht aktiv ist, hat keine Zeit mehr für saubere Daten.

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