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Was ist ein Digitaler Produktpass?

Einführung in den DPP für Shopify-Händler. Wie der Digitale Produktpass funktioniert und warum du dich jetzt damit auseinandersetzten solltest.

von Mapasso Team

Was ist ein Digitaler Produktpass?

Ein Digitaler Produktpass (DPP) ist ein QR-Code, den du auf deinem Produkt anbringst. Scannt ein Kunde den Code mit seinem Handy, sieht er Informationen über das Produkt: Material, Herkunft, wie man es pflegt, wie lange es hält. Das ist kein Marketing-Gimmick, sondern eine EU-Pflicht, die kommt.

Inhalt in Kürze

  • Der DPP wird 2028 für Textilien in der EU Pflicht
  • Der Code ist ein QR, dahinter steht eine Datenbank mit Produktinformationen
  • Du fragst deine Lieferanten nach Material, Herkunft und Haltbarkeit und packst das in den Pass
  • Scantrust, Kezzler und andere Plattformen helfen dir dabei
  • Mapasso macht das für Shopify-Händler besonders einfach

Was ist ein Digitaler Produktpass wirklich

Der DPP ist keine neue Idee, sondern eine EU-Antwort auf eine alte Frage: Woher kommt mein T-Shirt? Wie lange hält es? Was ist drin?

Die EU-Verordnung ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) sagt: Hersteller müssen künftig transparent sein. Nicht mit Marktinggefasel, sondern mit Fakten. Der DPP ist das Werkzeug dafür.

Technisch ist der DPP ein QR-Code, den du klein auf die Etikette druckst. Hinter dem Code steht eine zentrale Datenbank. Wenn ein Kunde den Code scannt, sieht er:

  • Material und Faserkomposition (wieviel Baumwolle, wieviel Polyester)
  • Herkunftsland der Fasern
  • Angaben zur Haltbarkeit und Pflege
  • Informationen zu gefährlichen Stoffen
  • Wie das Produkt am Ende seines Lebens recycelt wird

Das ist alles. Keine Videos, keine Stories. Nur Daten.

Warum kommt der DPP jetzt

Die EU hat ein Problem: Zu viele Produkte landen im Müll, weil sie schlecht gemacht sind oder die Leute nicht wissen, wie man sie richtig pflegt. Fast ein Drittel aller gekauften Textilien landen nach ein bis drei Jahren weg. Das ist teuer und umweltschädlich.

Die ESPR zielt darauf ab, das zu ändern. Der Ansatz: Transparenz. Wenn Kunden wissen, aus welchem Material das T-Shirt ist, können sie es besser pflegen. Wenn sie wissen, dass es 500 Waschgänge hält, passen sie anders auf es auf. Wenn sie wissen, dass das Material recycelbar ist, geben sie es am Ende nicht in den normalen Müll.

Die erste Branche, die dran ist: Textilien. Der Rechtsakt wird Anfang 2027 erwartet und ab 2028 ist er Pflicht. Das heißt, du hast noch Zeit, dich vorzubereiten, aber nicht ewig.

Wer muss den DPP machen

Pflicht ist der DPP für Hersteller oder Importeure in der EU. Das heißt:

  • Du bist Modemarke in Deutschland und stellst Kleider her oder lässt sie herstellen, Pflicht.
  • Du importierst Textilien und vertreibst sie unter deiner Marke über einen Shopify-Store, Pflicht.
  • Du bist reiner Reseller und verkaufst die Produkte anderer Marken, keine Pflicht von dir, aber deine Lieferanten müssen es schon machen und du musst die Daten weitergeben können.

Die Größe des Unternehmens spielt keine Rolle. Ein One-Woman-Shop mit fünf Produkten muss den DPP machen wie ein großes Label.

Was muss in den DPP rein

Die EU hat noch nicht alles final festgelegt, aber aus dem JRC-Bericht vom Dezember 2025 wissen wir ungefähr, was kommt:

Pflichtfelder werden voraussichtlich:

  • Material: Faserkomposition in Prozent (Bio-Baumwolle 60%, recyceltes Polyester 40%)
  • Herkunft: Land, in dem die Fasern produziert wurden
  • Haltbarkeit: Ergebnisse von Festigkeitstests (wie oft du das T-Shirt waschen kannst, bevor es ausleiert)
  • Gefährliche Stoffe: Transparenz über verwendete Chemikalien
  • Pflege: Wie man das Produkt wäscht, trocknet und lagert
  • Recycling: Wie man das Produkt am Ende entsorgt

Manche dieser Daten hast du vermutlich schon von deinen Lieferanten. Andere musst du aktiv abholen. Das kostet Zeit.

Wie kommt die Ware in den Pass

Das ist der harte Teil: Du fragst deine Lieferanten nach Materialien, Herkunft, Haltbarkeitsdaten. Das ist nicht immer einfach. Viele Lieferanten sind es nicht gewöhnt, diese Informationen bereitzustellen. Manche kennen selbst nicht alle Details ihrer Lieferkette.

Das ist kein DPP-Problem, das ist ein Lieferketten-Problem. Der DPP macht es nur sichtbar.

Praktisch funktioniert es so:

  1. Du schickst deinem Lieferanten einen Fragebogen (best case: einen Dateiformat-Standard wie Mapasso oder CIRPASS)
  2. Der Lieferant füllt aus oder schiebt es an seinen Lieferanten weiter
  3. Du bekommst die Daten zurück
  4. Du packst die Daten in den DPP

Die Daten müssen wahr sein. Du haftest dafür. Das heißt: Du kannst nicht einfach “Bio-Baumwolle” dreinschreiben, wenn du nicht weißt, dass es stimmt.

Deshalb brauchst du ein System für das. Mapasso ist genau dafür da: Daten strukturiert einholen, organisieren, in den DPP schreiben, live gehen lassen.

So sieht der DPP aus

Der Code ist klein, ungefähr 2x2 Zentimeter. Ähnlich wie ein QR-Code zum WLAN-Hotspot. Auf den Etiketten großer Marken wird er bald neben der Pflegeanleitung zu sehen sein.

Die Seite hinter dem Code ist einfach und schnell zu laden. Großes Material-Foto, die Faserkomposition, Pflege-Piktogramme, eine Schätzung wie lange das Teil hält. Das wars. Keine Zeierei.

Für Behörden und Recycler gibt es noch erweiterte Sichten, aber der normale Kunde sieht nur die Basics.

Solltest du jetzt schon anfangen

Die ehrliche Antwort: Nicht sofort zum Stress machen, aber ja, jetzt ist die Zeit.

Du hast bis 2028 noch Zeit. Aber diese Zeit wird schnell vorbei sein, vor allem wenn du viele Produkte hast. Wenn du jetzt anfängst, die Daten bei deinen Lieferanten zu holen, bist du Ende 2027 fertig und kannst ab 2028 direkt launchen. Wenn du wartest, bis die Pflicht kommt, wird es eng.

Außerdem: Je früher du DPP-Daten transparent machst, desto eher holen sich Kunden die Information, pflegen deine Produkte besser und geben sie weniger weg. Das hilft deinem Umsatz.

FAQ

Kostet der DPP mich Geld? Ja, aber weniger als viele denken. Die Datenerhebung bei Lieferanten kostet Zeit und eventuell Geld für Nachfragen. Die technische Lösung (ein DPP-System wie Mapasso) kostet zwischen 100 und 500 Euro pro Monat, je nach Produktanzahl. Kezzler und Scantrust sind ähnlich. Die Daten selbst sind gratis wenn deine Lieferanten mitziehen.

Reicht eine Mail an den Lieferanten? Theoretisch ja, praktisch nein. Mails gehen verloren, sind unstrukturiert, Lieferanten vergessen Felder. Du brauchst ein strukturiertes Format (Mapasso, CIRPASS, Excel mit klaren Spalten). Mapasso verschickt sogar Abfrage-Links, die Lieferanten füllen online aus.

Was wenn mein Lieferant nicht mitspielt? Das ist ein echtes Risiko. Wenn du 2028 keine Daten hast, kannst du nicht verkaufen. Du solltest jetzt mit deinen Key-Lieferanten klären, dass sie die Daten bereitstellen werden. Wenn sie grundsätzlich ablehnen, brauchst du wahrscheinlich neue Lieferanten.

Muss ich QR-Codes neu drucken? Ja, deine nächste Druckcharge wird QR-Codes haben. Die sind klein und kosten quasi nichts mehr dazu. Existierende Ware ohne QR kannst du verkaufen wenn sie noch da ist.

Hilft der DPP mir beim Marketing? Ja, indirekt. Wenn dein Material wirklich hochwertig ist und lange hält, sieht das der Kunde im Pass. Das schafft Vertrauen. Es ist kein Marketing-Gimmick, aber ehrliche Transparenz ist ein Verkaufsargument.

Und wenn ich nicht in der EU verkaufe? Dann brauchst du den DPP nicht. Wenn du aber in die EU exportierst, brauchst du ihn. Also praktisch: Du brauchst ihn wahrscheinlich.

Nächste Schritte

  1. Deine Lieferanten auflisten: Wer macht deine Produkte?
  2. Mit ihnen klären: Können sie Material-, Herkunfts- und Haltbarkeitsdaten bereitstellen?
  3. Ein DPP-System wählen: Mapasso, Kezzler, Scantrust oder CIRPASS. Wir bias sind Mapasso, daher hilft dir das am meisten.
  4. Pilot-Produkt starten: Nimm ein Bestseller-Produkt und mach für das erst mal den DPP. Dann weißt du wie es geht und rollst zu den anderen aus.

Der DPP ist nicht schwer, er braucht nur struktur und Zeit. Wenn du heute anfängst, bist du 2028 fertig.

Quellen